Cookies passen gut zu Haferdrinks, auch die digitale Sorte. Stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf dieser Webseite zu? Wie jetzt, Cookies?

Hey Bundestag

Dank der 57067 Petitionsunterzeichner*innen und unserem großartigen Team an Partner*innen unserer Initiative, hatten wir am 14. September eine Anhörung im Bundestag, in der unser Co-Geschäftsführer Tobias eine gesetzliche Verankerung der CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln präsentieren durfte. Vielen Dank an alle, die auf diese Website gekommen sind und uns Ratschläge für seine Rede gegeben haben sowie die tonnenweise moralische Unterstützung. Wir finden, dass Tobias einen großartigen Job gemacht hat, aber schaut es euch doch selbst an (klicke einfach unten auf das Video der Anhörung, um diesen Hafer-Punk in Aktion zu sehen). Ansonsten könnt ihr euch weiterhin an Website erfreuen, die wir für alle gemacht haben, die vielleicht daran interessiert sind, die Ganze Sache weiterzuverfolgen oder sich einfach einen Moment nehmen wollen, um zu überlegen, warum es wirklich cool ist, klimafreundlicher zu essen.

devilsadvocate

Nichts, was sich zu tun lohnt, ist jemals einfach, oder? So sehr wir auch hoffen, dass unsere Forderung, die CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln zum Gesetz zu machen, mit Konfetti und Popcorn begrüßt wird, haben wir eine Menge Zeit damit verbracht, uns für eine Frage und Antwort Runde aus der Hölle vorzubereiten… haben wir irgendetwas vergessen? 

Q: Ist die Kennzeichnung eine vorbereitende Maßnahme für die Umsetzung einer CO2 Steuer für Lebensmittel? A: Selbst wenn es so wäre, wäre es doch sehr begrüßenswert, die Kosten im Sinne des Verursacherprinzips zu berechnen und an den Verbraucher für eine klimaschonendere Entscheidung weiter zugeben

Selbst wenn es so wäre, wäre es doch sehr begrüßenswert, die Kosten im Sinne des Verursacherprinzips zu berechnen und an den Verbraucher für eine klimaschonendere Entscheidung weiter zugeben. Als Lebensmittelunternehmen wollen wir nicht nur fantastische Haferprodukte herstellen und den Wandel hin zu einer pflanzlich basierten Ernährung vorantreiben, sondern uns auch für eine transparentere und klimafreundlichere Lebensmittelindustrie einsetzten. Wie und ob unsere Petition in der Politik weiterbehandelt wird, wissen wir momentan nicht. Wir wissen nur, das es höchste Eisenbahn ist etwas zu ändern. Grundsätzliche können wir nur Denkanstöße und Impulse setzten, sind aber überzeugt, dass eine obligatorische Klimafußabdruck-Kennzeichnung nötig ist. Nur so können die Verbraucher*innen die Klimaauswirkungen verschiedener Lebensmittel leicht erkennen und vergleichen. Ausgestattet mit den richtigen Informationen wird es den Menschen leichter fallen, bessere Kaufentscheidungen zu treffen und somit ihren CO2e-Fußabdruck zu verringern. Drück uns die Daumen, dass alles gut geht!

Haben wir nicht wichtigere Themen, auf die wir uns konzentrieren müssen, wie Corona?

Es gibt viele wichtige Themen auf der ganzen Welt, aber der Klimawandel bedroht Milliarden von Menschenleben und im Gegensatz zum Coronavirus können wir immer noch die schlimmsten Auswirkungen verhindern. Daher dürfen wir unsere Aufmerksamkeit (und unsere Aktivitäten) nicht von dieser Bedrohung abwenden. Um eine Klima-Katastrophe zu verhindern, müssen wir den globalen Temperaturanstieg unter 1,5°C halten, was bedeutet, dass wir unsere Emissionen bis 2030 halbieren müssen, was eine beträchtliche Herausforderung darstellt.

Verwirrt so eine Kennzeichung nicht die Verbraucher*innen mehr als sie hilft?

Laut einer kürzlich durchgeführten Studie sind Klima-Kennzeichnungen auf Lebensmittelverpackungen einer der effektivsten Wege, um Verbraucher*innen bei klimafreundlichen Kaufentscheidungen zu unterstützen.* Eine aktuell in Deutschland durchgeführte repräsentative Umfrage hat darüber hinaus gezeigt, dass die Verbraucher*innen an den positiven Effekt einer CO2e-Kennzeichnung auf ihr Kaufverhalten glauben.**

Wenn man sich ansieht, welche positiven Effekte die Energieeffizienzkennzeichnungen (A+++ usw.) von Haushaltsgeräten auf das Kaufverhalten der Verbraucher*innen haben und wie das Hersteller*innen dazu bewegt hat, mehr energieeffiziente Geräte herzustellen, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, dass die CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln eine ähnlich positive Wirkung auf den Konsum und die Industrie haben könnte.

* Camilleri A R, Larrick R P, Hossain S and Patino-Echeverri D 2019 Consumers underestimate the emissions associated
with foodbut are aided by labelsNat. Clim. Change 9 53–8

** Kantar Group: EMNID Studie, 2.021 Befragte, CO2-Fußabdruck, 18. Juni 2020.

Ist eine Deklaration auf der Packung wirklich notwendig? Man kann das auch einfach googeln.
Man kann bestimmt einige Informationen online finden und es gibt bestimmt auch einige Leute, die lieber googeln, um mehr über das Thema zu erfahren, aber wir brauchen diese Informationen für alle leicht zugänglich und nicht nur für die, die besonders interessiert sind. Wir glauben, dass die Sichtbarkeit der Klimaauswirkungen von Lebensmitteln im Supermarkt eine effektive Möglichkeit sein kann, das Kaufverhalten zu verändern und somit einen Beitrag zur Lösung unserer Klimakrise zu leisten. Nur wenn sich die Menschen der Auswirkungen ihrer Lebensmittelwahl stärker bewusst werden, können sie sich für klimafreundlichere Lebensmittel entscheiden. Wenn diese Informationen nicht ohne Weiteres verfügbar oder vergleichbar sind, können solche Entscheidungen auch nicht aktiv tgetroffen werden.
Können nicht einfach nur diejenigen Unternehmen ihre Produkte deklarieren, die es auch freiwillig machen wollen?
Eine freiwillige Kennzeichnung macht einen Vergleich auf breiter Ebene unmöglich, da es wahrscheinlich ist, dass die Lebensmittel mit dem größten Einfluss auf das Klima, z.B. Fleisch- und Milchprodukte, nicht deklariert werden. Daher wird eine freiwillige CO2e-Kennzeichnung weder dazu beitragen, die Industrie transparenter zu machen, noch helfen, den notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigeren Lebensmittelindustrie zu beschleunigen. Wir möchten mit dieser verpflichtenden Kennzeichnung einen "Wettlauf nach unten" befeuern, bei dem Lebensmittelhersteller*innen den Klima-Fußabdruck ihrer Konkurrenz sehen und somit motiviert sind, ihren eigenen CO2e-Fußabdruck zu reduzieren.
Die Berechnung des CO2e-Fußabdrucks mag für Haferdrinks einfach sein, aber wie wäre es mit komplexen Produkten, wie z.B. tiefgefrorener Lasagne?
In Deutschland gibt es bereits eine Vielzahl von Unternehmen, die die Klimabilanz ihrer Produkte berechnen, wie z.B.Veganz oder FRoSTA. Letztere berechnen sogar komplexere Tiefkühlprodukte, wie "Tagliatelle mit Wildlachs". Auch Unternehmen, wie Rügenwalder Mühle, fritz-kola, MyMüsli und Freche Freunde berechnen bereits ihren Klima-Fußabdruck oder sind gerade dabei, den Prozess dazu anzustoßen. Egal, was sie produzieren, der Klima-Fußabdruck ist berechenbar. Erst kürzlich hat auch Unilever angekündigt, dass sie damit beginnen werden, ihre Produkte - einer breiten Produktpalette - weltweit mit dem CO2e-Fußabdruck zu kennzeichnen. Es kann schwierig sein, alle für die Berechnung der Klimaauswirkungen erforderlichen Informationen zu sammeln, insbesondere, wenn man es zum ersten Mal macht, aber es ist möglich, und es gibt den Unternehmen die Chance, ihre eigenen Prozesse und Lieferketten besser kennen zu lernen und Verbesserungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Sollten Klimakompensationsprogramme, wie das "Pflanzen von Bäumen", in die Berechnung einbezogen werden?

Letztendlich wird diese Entscheidung dem Deutschen Bundestag obliegen. Wir sind der Meinung, dass die Kompensation von der CO2e-Kennzeichnung ausgeschlossen werden sollte, denn wir glauben nicht, dass die derzeitigen Methoden zur CO2-Kompensation (erwiesenermaßen) gut genug oder geeignet sind, unsere Klima-Ziele zu erreichen. Viel entscheidender ist nämlich, dass wir unsere Aufmerksamkeit erst einmal auf die Reduzierung der Treibhausgasemissionen legen statt uns mit Kompensationen zufrieden zu geben.

Woher wissen wir, dass ein guter universeller Standard für die Berechnung des CO2e-Fußabdrucks definiert werden kann?
Gegenwärtig gibt es eine Vielzahl von etablierten Methoden zur Berechnung der Klimaauswirkungen, aber die Schwierigkeit besteht darin, sich auf einen Standardansatz zu einigen, so dass alle Zahlen auf allen Lebensmittelverpackungen valide vergleichbar sind. Die Definition dieses Standards liegt bei der Regierung - wer neugierig ist, wie wir das bei Oatly machen, kann einfach auf "wie wir berechnen" klicken.
Wer soll das bezahlen?

Die administrativen Kosten für die Regierung sowie die Kosten für die Unternehmen zur Umsetzung dieses Gesetzes müssen noch genau erhoben werden. Wir sind allerdings der Meinung, dass die Kosten, die entstehen, wenn man nichts tut, noch sehr viel höher sein werden. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat geschätzt, dass die Kosten, die durch Naturkatastrophen entstehen, wenn wir es nicht schaffen, die Emissionen einzudämmen und die Erderwärmung unter 2°C zu halten, sich auf 137 Milliarden Euro belaufen können.*

* Kemfert, Claudia: "The Economic Costs of Climate Change", in: Internetseite DIW Berlin, 21.01.2005, URL: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.42861.de/diw_wr_2005-2.pdf

Wie können kleinere Unternehmen für ihre Kalkulationen zahlen?
CarbonCloud hat uns bei den Berechnungen des CO2e-Fußabdruck unserer Produkte geholfen - sie haben bereits sowohl kleinere als auch größere Unternehmen dabei unterstützt. Wir können verstehen, dass kleine Unternehmen vielleicht nicht in der Lage sind, diese Berechnungen jetzt schon zu priorisieren, aber wir glauben, dass der Prozess
in Zukunft erschwinglicher sein wird. Ironischerweise haben einige Unternehmen (wir selbst eingeschlossen) sogar eine Steigerung der operativen Effizienz als Ergebnis des tieferen Verständnisses der Datenerhebungen erzielt.
I guess it would be also good to put CO2 per calories on products. Not only CO2 per weight

The relationship between climate change impact and calories or nutrient content can be somewhat misleading because you need to look at the nutrient content of the whole diet, not just the nutrients of individual foods. All foods contribute with their different nutrients and it is the totality that is relevant in terms of both diet and climate impact. In addition, we all have different nutritional and energy needs, and a child's diet can for example not be compared to an adult or vice versa. Therefore, we believe that the climate declaration, like the nutrition declaration, should be based on the weight of the food.