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Veränderung ist nicht einfach.

Oatly basiert auf der Idee des Wandels. Unsere gesamte Existenzberechtigung bestand schon immer darin, Veränderungen und Transparenz in die bestehenden Lebensmittelsysteme zu bringen, die derzeit für 25% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind – und von denen die Hälfte aus der Fleisch- und Milchindustrie stammen.

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Unsere Idee war und ist es noch immer, pflanzliche Alternativen anzubieten, die so gut sind, dass sogar die breite Öffentlichkeit nicht das Gefühl hat, diese Alternativen zu essen sei nur ein Kompromiss. Auf diese Weise können wir den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Welt auslösen. Diese Reise hat bereits zu vielen unangenehmen und unbequemen Entscheidungen geführt. Bei mehreren Gelegenheiten sind wir sowohl unseren Freund*innen als auch denjenigen, die unsere Mission nicht teilen, auf die Füße getreten. Jetzt haben wir es wieder getan.

Dieses Mal geht es um unseren aktuellen Bedarf an Investitionen, im Klartext 400 Millionen US-Dollar, um weiterhin so nachhaltig wie möglich zu wachsen, während gleichzeitig die Nachfrage nach unseren Produkten sowohl auf unseren derzeitigen als auch auf neuen Märkten weiter in die Höhe schießt. Dieses Geld wird es uns ermöglichen, Fabriken in Europa, den USA und in Asien nach den gleichen hohen Standards wie in unseren bestehenden Produktionsstätten zu bauen. 200 Millionen Euro haben wir uns durch einen Green-Deal-Bankkredit gesichert, bei dem wir durch die Kreditbedingungen dazu verpflichtet sind, sicherzustellen, dass alle unsere Investitionen in nachhaltige Lösungen fließen. Die anderen 200 Millionen kommen durch eine Investition von Blackstone. Eben diese Investitionsentscheidung sorgt in einer Welt, in der Debatten so gefährlich schwarz-weiß geworden sind, für Schlagzeilen. Dabei waren unsere Gedanken hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Blackstone das genaue Gegenteil von schwarz-weiß: Sie basieren auf einem intensiven Denkprozess, der sehr nuanciert war und damit übereinstimmt, wie wir schon häufig Wandel verstanden haben.

Damals, als wir nur ein kleines Haferdrink-Unternehmen aus Schweden waren, haben wir uns folgende Frage gestellt: Was können wir tun, um den größtmöglichen Wandel herbeizuführen, der den Planeten positiv beeinflusst? Sollen wir unsere Produkte weiterhin in spezialisierten Gesundheits-, Biofach- und veganen Geschäften verkaufen, weil sie uns schon immer unterstützt haben? Oder sollen wir auch dort verfügbar sein, wo die Mehrheit der Menschen einkauft, nämlich in den Supermärkten, die allerdings einen bedeutenden Teil ihrer Umsätze aus dem Verkauf von Fleisch- und Milchprodukten erzielen. Was würde also passieren, wenn wir den Supermärkten zeigen könnten, dass wir durch eine Zusammenarbeit sowohl unsere als auch ihre Umsätze steigern und gleichzeitig eine potenziell neue Produktkategorie erschaffen könnten? Wir haben darauf gewettet, dass dadurch pflanzliche Produkte mehr Platz in den Regalen erhalten werden, was dazu führt, dass mehr Menschen diese Produkte entdecken, die Vorteile kennenlernen und letztlich ihre Essgewohnheiten anpassen würden. Da wir ein nachhaltiges Unternehmen sind, das einen Wandel in der Gesellschaft herbeiführen will, haben wir uns schließlich für die Supermärkte entschieden. Und es sieht so aus, als scheint unsere Wette aufzugehen. 

Dieselbe Argumentation veranlasste uns dazu, uns mit Blackstone über die Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung auszutauschen. Blackstone ist quasi so etwas wie der größte Supermarkt der Private-Equity-Branche. Wir glaubten, wenn wir sie davon überzeugen können, dass es genauso profitabel (und langfristig sogar noch profitabler) ist, in ein nachhaltiges Unternehmen wie Oatly zu investieren, dann würden alle anderen Private-Equity-Unternehmen der Welt hinschauen, zuhören und anfangen, ihre insgesamt 4 Billionen US-Dollar ebenso in Green Deals zu investieren. Heute landet nur ein verschwindend kleiner Teil des gesamten Risikokapitals in nachhaltigen Investitionen. Hätten wir uns für eine/n auf Green Deals spezialisierten Investor*in entschieden, wären wir zu einem unbedeutenden Teil dieses winzigen Anteils geworden, der letztlich von den großen Investmentgesellschaften nicht wahrgenommen worden wäre und hätten dadurch auch keinen Einfluss auf die Umlenkung der Kapitalströme in grüne Unternehmen gehabt.

Stattdessen setzen wir lieber darauf, dass Blackstones Investition in unsere haferbasierte Nachhaltigkeitsbewegung ihnen größere Renditen bringt, als sie anderswo (z.B. in der Fleisch- und Milchindustrie, die aktuell einer der Hauptverursacher für die Abholzung der Wälder im Amazonasgebiet ist) hätten erzielen können und dadurch eine starke Botschaft an die globalen Private-Equity-Märkte gesendet wird. Eine Botschaft, von der unsere Kritiker*innen behaupten, dass es die einzige Sprache ist, auf die die Kapitalmärkte hören: Profit.

Wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen, die globalen Klimaziele zu erreichen, also die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50% zu senken und bis 2050 auf Netto-Null-Emissionen zu kommen, müssen wir eine Sprache sprechen, die die Kapitalmärkte verstehen. So können wir potenziell erreichen, den massiven Kapitalfluss aus der Gas-, Öl- und Sojabohnenproduktion im Amazonasgebiet abfließen zu lassen und stattdessen in umweltfreundliche Projekte und Unternehmen zu leiten. Wenn das globale Privatkapital auf eine grüne Zukunft hinarbeitet, haben wir tatsächlich eine Chance, den Planeten für künftige Generationen zu retten. Aber die Uhr tickt und wir müssen jetzt handeln und nicht erst morgen.

Ein Unternehmen wie Blackstone dazu zu bringen, in uns zu investieren, ist etwas, woran wir lange gearbeitet haben, damit wir maximale Veränderungen zum Wohle des Planeten erreichen können. Aus nachhaltiger Sicht ist es langfristig gesehen die wichtigste Aufgabe - davon sind wir überzeugt - dass wir dabei mithelfen, den Fokus der großen Kapitalströme auf nachhaltige Konzepte zu verlagern. Uns ist bewusst, dass nicht alle von euch diese Ansicht teilen und dass wir uns über den richtigen Weg zu einer nachhaltigeren Welt uneinig sind. Aber das ist in Ordnung. Wir hoffen, dass wir weiterhin dasselbe Ziel einer besseren, nachhaltigeren Welt teilen und dass wir weiterhin gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten, welchen Weg wir auch immer gehen.

/Oatly